Geförderte Deutschkurse sind so wichtig für unser Land!
Deutschland hat ein einzigartiges System zur Deutschförderung für viele Menschen: Die Integrations- und Berufssprachkurse. Ein Besuch ermöglicht Migrant:innen den schnellen Einstieg in Jobs, die wir dringend besetzen müssen. Fachkräfte in Pflege, Kindergärten, als Ingenieure, Landärzte und viele weitere wichtige Berufe. Wir sind stolz darauf und dankbar dafür! Momentan sind aber die Gelder knapp, und wir müssen sparen. Die Frage ist, an welcher Stelle. Das Bamf schließt ohne Ankündigung rückwirkend viele Menschen, die freiwillig lernen möchten, von der Sprachförderung aus. So auch alle EU-Bürger:innen. Seit November 2025 werden vom BAMF keine Zulassungen mehr ausgestellt. Darüber informiert wurden die Akteure erst jetzt. Mit schlimmen Folgen für viele Migrant:innen, für den Berufsstand der Deutschlehrer:innen, für die Bildungszentren, die Integrationskurse anbieten, für Arbeitgeber:innen, die so dringend Fachkräfte benötigen, für unser Land, das auf gelungene Integration angewiesen ist.
Dabei müsste man erst einmal die hohen Kosten für den überdimensionierten bürokratischen Aufwand bei der Organisation, Kontrolle, Abwicklung und Abrechnung der Kurse unter die Lupe nehmen. Auf Seiten des BAMF und der Kursanbieter. Wie sinnvoll ist es, sämtliche Akten in Papierform und digital vorzuhalten, wieso benötigt man pro Teilnehmer:in rund 25 ausgedruckte Blätter für diverse Dokumentationen? Wieso muss man mit allen Intersessent:innen rund eine Stunde für die Datenerhebung in Papierform verbringen und eine weitere, um die Daten in diverse Verwaltungssysteme einzupflegen? Wieso gibt es Menschen, die beim BAMF-Liste um Liste, Teilnehmerunterschrift um Teilnehmerunterschrift kontrollieren und dem Träger 3,45 € abziehen, sollte jemand mit einem radierbaren Kuli unterschrieben haben, oder die Unterschrift nicht jeden Tag genau gleich aussehen?
Eine verschlankte Bürokratie könnte neben Zeit und Nerven vor allem viel Geld sparen, das der Deutschförderung der jetzt ausgeschlossenen Personengruppen zugutekäme. Und damit uns allen, die wir in diesem Land leben.
Elisabeth Stein
Stellv. Leiterin vhs SüdOst im Landkreis München
Zu dem Foto:
Zwei Stimmen unserer Teilnehmer:innen des Berufssprachkurses B2, die die am 7. Februar 26 mit ihrer Kursleiterin die Münchner Jobmesse besuchten:
„Vielen Dank für die Organisation der Veranstaltung. G. und ich haben jeweils zwei interessante Stellenangebote gefunden und werden uns darauf bewerben“
„Vielen Dank für die Organisation! Dadurch hatten wir die Möglichkeit, auf der Jobmesse den deutschen Arbeitsmarkt und traditionelle deutsche Unternehmen direkt zu erleben. Das war eine sehr wertvolle praktische Erfahrung und hat uns wichtige Eindrücke für unsere zukünftige Jobsuche gegeben — besonders auch, wie wichtig gute Deutschkenntnisse sind."