Übersicht unserer Kursleitungen
Angelika Bönker-Vallon
Studium der Philosophie, Geschichte der Naturwissenschaften, Germanistik, katholischen Theologie. Zweitstudium der Japanologie, Religionswissenschaft, Interkultureller Kommunikation. Seit 1991 Dozentin in der Erwachsenenbildung, seit 1995 Hochschuldozentin für Philosophie. Schwerpunkte: Philosophie im Kontext der Wissenschafts- und Kulturgeschichte, interkulturelle Philosophie, Philosophie und Theologie.
Kurse (5)
Loading...
Philosophischer Scharfsinn: Hannah Arendt
Der philosophische Scharfsinn der Denkerin Hannah Arendt ist spektakulär. Bereits als Studentin analysierte und kritisierte sie den Liebesbegriff des Kirchenvaters Augustinus. In ihrem philosophischen Hauptwerk „Vita activa – Vom tätigen Leben“ beschrieb sie mit den Grundtätigkeit „Arbeiten – Herstellen – Handeln“ grundlegenden Bedingungen der menschlichen Existenz. Unter dem Eindruck der Gräuel des zweiten Weltkriegs untersuchte sie bahnbrechend die Bedingungen totaler Herrschaft und das Wesen des Bösen.
Philosophie als Orientierung in Zeiten der Krise
Unsichere Zeiten verstärken die Suche nach Orientierung. In der Geschichte der Philosophie sind Krisen und der Versuch ihrer Bewältigung wohlbekannt. Die antike Ausrichtung auf das Gute (Platon, Boethius), die Gelassenheit und innere Freiheit der Stoiker (Seneca, Marc Aurel) sowie die Zurückhaltung und innere Ruhe der Skeptiker (Sextus Empiricus, Michel de Montaigne) sind klassische philosophische Grundhaltungen, die heute genauso wie damals wichtig sind.
Philosophie als Orientierung in Zeiten der Krise
In der Moderne stellt sich die philosophische Frage nach dem Sinn der menschlichen Existenz neu. Sinn ist nicht mehr selbstverständlich gegeben, das menschliche Dasein wird zur Herausforderung. Denker wie Søren Kierkegaard, Friedrich Nietzsche, Jean-Paul Sartre und Albert Camus ringen mit Ungewissheit, Angst und Verlust von Moralität, geben jedoch zugleich auch neue existentielle Antworten im Umgang mit Unsicherheit und menschlicher Selbstverantwortung.
Philosophie als Orientierung in Zeiten der Krise
Seit der Antike beschäftigen sich Philosophinnen und Philosophen mit Pflicht, Recht und Verbindlichkeit. Bei Platon ergibt sich das „Gebührende“ aus der Einsicht in das Gute, die Stoiker binden Pflicht an angemessenes Handeln im Einklang mit der Natur. Cicero zeigt in seiner Schrift „Von den Pflichten“, wie Pflicht, Tugend und Gemeinwohl zusammenhängen. In der Neuzeit verschiebt sich der Schwerpunkt: Thomas Hobbes stellt die natürlichen Rechte des Einzelnen an den Anfang; Pflichten entstehen erst durch Vertrag. Immanuel Kant hingegen bindet Pflicht an ein allgemeines moralisches Gesetz, das auch das Recht begründet. Unter dem Eindruck des zweiten Weltkriegs stellt Simone Weil die Pflicht vor das Recht: Während Rechte an Bedingungen geknüpft sind, gelten Pflichten als unbedingt und überindividuell bindend. Beide Konzepte sind für das Funktionieren einer Gesellschaft notwendig.
Kompromisslose Rationalität: Baruch de Spinoza
Gott, Freiheit, Glück – all diese Themen sind aus der Geschichte der Philosophie bekannt. Doch der jüdische Philosoph Baruch de Spinoza denkt sie anders. Mit konsequenter Rationalität gibt er die Vorstellung eines personalen Gottes zugunsten der Identifikation von Gott und Natur auf. Freiheit meint nicht uneingeschränktes Handeln nach dem eigenen Willen, sondern Einsicht in die Notwendigkeit der Naturgesetze und die eigene Stellung darin. Glück wiederum basiert auf geistiger Klarheit und der Freude daran, sich und die Welt zu verstehen.